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AGB Seniorenservice, Andreas Kruse
Südwest Presse
"Reutlingen. Hellas Tour" und "A.K.S. Senioren" sind zwei Firmen, die für den Erfolg von "Startnetz" stehen. Ihr Gelingen liegt mitunter in der Existenzgründungswerkstatt, die es am 2. November bereits zum 20. Mal gibt.
"Sie haben sich getraut und sich selbst aus der Arbeitslosigkeit geholt. Wula Zilidou-Früh und Andreas Kruse entschieden sich für den Weg in die Selbständigkeit. Ihre Zukunft haben sie in das Reisebüro "Hellas Tours" und den Seniorenservice "A.K.S. Senioren" gelegt.
"Was entspricht meinem Naturell?" hat sich Andreas Kruse vorab gefragt. Vom Jobcenter fühlte er sich im Stich gelassen. In seiner Nachbarschaft half er während seiner Zeit ohne Arbeit immer wieder aus und entdeckte sich selbst als Dienstleister. Ob nun Heckenschneiden, einkaufen, kochen, Blumen gießen oder Fahrdienste anbieten - er hat sein Spektrum weit angelegt. Das Gespräch mit der Unternehmensberaterin Ulrike Droll bei "Startnetz" war dann für ihn der Startschuss. Wertvolle Informationen gewann er aber vor allen Dingen durch die Existenzgründungswerkstatt. Er profitiere gerade von der Themenvielfalt der Werkstatt, erzählt der gelernte Kaufmann.
Die Werkstatt, die am Dienstag, 2. November, ihre 20. Auflage erlebt, ist "so niedrigschwellig und so nah am Bedarf wie möglich", erklärt Edith Koschwitz. Die Ideen müssen hier nicht preisgegeben werden. "Für Gründer stellt die Werkstatt eine Feedback-Möglichkeit dar", weiß sie. Fragen an die Unternehmer konnten schon so manche Schwachstelle aufdecken aber auch neue Impulse geben. "Kleingründungen sind eine Sparte, die mehr und mehr werden wird", sagt die Projektleiterin. Bereits über 200 Adressen hat das Projekt inzwischen im Verteiler. Bislang sind reichlich Sparten vom Projekt "Startnetz" bedient worden: Schmuck, Solartechnik, Gesundheit, Kunst, Gartenbau, Webgestaltung, um nur einige zu nennen.
Eine Fremdanstellung - das kam für Wula Zilidou-Früh mit der Zeit nicht mehr in Frage. Der Arbeitslosigkeit überdrüssig stand auch sie vor der Frage: "Was ist mein Hobby?" Eine Reise nach Griechenland mit ihrem griechischen Frauenverein brachte die Lösung: Urlauber mit Insiderinfos über Land, Leute und Kultur versorgen. Sie bringt ihre Reiseerfahrungen an den Kunden. Sie will dabei nicht nur den Deutschen Griechenland erklären, sie holt die Griechen nach Reutlingen. Inspiration und Mut gab ihr indes die Übungsfirma zum "Reutlinger Hocker".
Ob als Wiedereinstieg, Nebenberuf, Hobby oder aus der Arbeitslosigkeit - Startnetz ist die Plattform für kleine Gründungen und zwar ohne den großen umfassenden Businessplan und ohne großes Kapital. Die "Gruppe der Einzelkämpfer" ist hier richtig zur Firmengründung in kleinen Schritten. Und Startnetz liefert die erste Firmenadresse gleich mit. Für 150 Euro können sich die Kleinunternehmer in den Büroräumen für ein Jahr einmieten. "Man braucht einen Ort, wo einen die Leute finden. Mit 150 Euro ist es gut zu bewältigen, da wenig Startkapital da ist" - auch Zilidou-Früh hatte ihr erstes Firmendomizil in der Tübinger Straße 61.
Eingebettet ist das Projekt in die Förderstruktur der Stadt, denn auch für Reutlingen sind die Existenzgründungen wichtig. Noch wichtiger aber ist, dass die Unternehmen in der Stadt bleiben und erfolgreich sind. Betreuung und Beratung haben daher Vorrang, unterstreicht Wirtschaftsförderer Markus Flammer. "Es wäre blauäugig, wenn wir allen Vorhaben immer positiv gegenüberstehen", betont Droll die Objektivität der Gründungsberatung. "Es ist unsere Profession, neutral und kritisch zu bewerten." "Man kann wirklich von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Es ist ein Angebot, das man braucht, um Menschen mit kleinem Startkapital günstige Räume bieten zu können", lobt Flammer.
Info Die 20. Existenzgründungswerkstatt ist am 2. November von 18 bis 20 Uhr in der Tübinger Straße 61. Das Impulsthema lautet dieses Mal: "Arbeit auf eigene Rechnung - sind Sie bereit für die Selbständigkeit?" Weiterführende Informationen gibt es unter: www.startnetz-reutlingen.de."
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